Ernährung

Fett ist nicht gleich Fett

gepostet am 10. Oktober 2018

Pistazien

Seit eh und je wurde uns beigebracht, dass Fett dick und krank macht. Fette haben schon lange einen schlechten Ruf. Mit diesem Ruf sind auch viele "low fat" Produkte in den Markt getreten. Überall in Lebensmittelgeschäften sehen wir Produkte, die einen reduzierten Fettanteil haben, vor allem bei Milchprodukten wie Joghurt, Käse, Milchdrinks usw. Fett ist ein Geschmacksträger und oft kompensiert die Industrie den Geschmack dieser "low fat" Produkte mit einer Zugabe von Zucker.

Ohne Fett funktioniert unser Stoffwechsel nicht. Auch eine ganze Reihe an lebenswichtigen Funktionen könnte unser Körper ohne Fett nicht erfüllen:

  • Produktion lebenswichtiger Hormone
  • Fördern der Durchblutung des Gewebes
  • Transport von Vitaminen
  • Bestandteil der Zellwand
  • Elastizität von Haut und Haaren
  • Isolierung und Schutz unserer Organe
  • Unterstützung des Immunsystems

Was ist dann das Problem am Fett?

Wie ihr ja wisst, wird immer von zwei Arten von Fett geredet: die ungesättigten Fettsäuren, sogenannte «gute Fette», und die ungesättigten Fettsäuren, die «schlechten Fette». Aber auch wenn öfters das Gegenteil von den Medien vermittelt wird, sind beide Fettarten wichtig für unsere Gesundheit. Ja tatsächlich, auch die gesättigten Fettsäuren. Ganz egal, welches Fett du zu dir nimmst, alle enthalten sowohl gesättigte als auch ungesättigte Fettsäuren. Allerdings zu ungleichen Anteilen. Denn tierische Fette enthalten vorwiegend gesättigte Fettsäuren. Pflanzliche Fette sind reich an ungesättigten Fettsäuren.

Die gesättigten Fettsäuren sollte man aber trotzdem in Schach halten. Diese sind für unseren Körper nicht essentiell, d.h. unser Körper kann diese auch selber herstellen und sie müssen nicht unbedingt durch die Nahrung aufgenommen werden. Bei übermässigem Verzehr sorgen diese für einen Anstieg des Cholesterinspiegels, vor allem das sogenannte LDL-Cholesterin (engl. Low-Density-Lipoprotein), das tatsächlich im Verdacht steht, Gefässe zu verengen und so das Risiko eines Herzinfarktes zu erhöhen.

Gesättigte Fettsäuren befinden sich hauptsächlich in tierischen Produkten wie Butter, Sahne, Käse, Fleisch und Wurst, aber auch in Kokosfett, Palmöl und Kakaobutter (Schokolade).

Aufpassen sollte man bei den Transfetten. Diese entstehen bei starker Erhitzung von ungesättigten Fetten und man findet diese auch in industriell produzierter Nahrung. Diese erhöhen den Gehalt von LDL-Cholesterin im Blut und sind somit Verursacher von koronaren Herzkrankheiten.

Und das gesunde Fett?

Das gute Fett sind die einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Die einfach ungesättigten Fettsäuren finden wir v.a. in Pflanzen vor, wie zum Beispiel in Olivenöl oder Avocados.

Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind für unseren Körper essentiell und unser Körper kann diese nicht selber herstellen. Damit es zu keinen Störungen im Organismus kommt, müssen wir diese mit der Nahrung aufnehmen. Der Star unter den ungesättigten Fettsäuren sind die bekanntesten Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren. Diese finden wird in Lebensmitteln wie Leinsamen, Walnüssen, Weizenkeimen, Sojabohnen, Kaltwasserfischen wie Forelle, Hering, Lachs oder Thunfisch, Sesam, Sonnenblumenöl und auch teils in Milchprodukten mit reduziertem Fettanteil.

Also denk daran: Esst jeden Tag genügend ungesättigte Fettsäuren, gesättigte Fettsäuren in Massen und am besten so wenig wie möglich Transfette.